Du bist Deutschland - Presse - Schule, Markenkleidung, Kleidung, Schulkleidung, Schuluniform, Arbeitskleidung, Kollektion, Klamotten, Kinder, Schüer, Gleichberechtigung, Schulkleidungskollektion, Gewaltprävention, Grundschule, Realschule, Hauptschule, Gesamtschule, Gymnasium

Karin Brose hat vor vier Jahren einheitliche Schulkleidung an einer Haupt- und Realschule in Hamburg-Sinstorf eingeführt. In Klassen, die Schulkleidung tragen, gibt es deutlich weniger Integrations-probleme und daher mehr Zeit zum Lernen. Schulkleidung ist die Arbeitskleidung in der Schule - Im Jahr 2000 habe ich zusammen mit der Elternschaft in meiner Schule in Hamburg-Sinstorf, erstmalig an staatlichen Schulen in Deutschland, einheitliche Kleidung für Schüler eingeführt. Ich habe dafür den Begriff Schulkleidung geprägt. Dieses Buch ist ein Leitfaden für diejenigen, die Schulkleidung an ihrer Schule einführen wollen. Die Kapitel Logistik, Kollektion, "leine Warenkunde, Juristische Grundlagen und Pressearbeit helfen Ihnen Fehler zu vermeiden. Im Kapitel Das pädagogische Konzept erfahren Sie, dass Schulkleidung nicht zur Gleichmacherei führt, sondern die individuelle Entwicklung der Kinder fördert.
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Du bist Deutschland

„Der Junge kann gar nicht begreifen, dass er nicht nach Hause kann“, sagte der Anwalt des 14-Jährigen Messerstechers gegenüber der Presse. Das rührt uns. Der arme Junge muss ein paar Tage im Jugendarrest bleiben. Aber das lebensgefährlich verletzte Opfer, wird diesen Angriff sein Leben lang nicht vergessen!

Ein 16-Jähriger sitzt nach versuchtem Raub seit Donnerstag in Untersuchungshaft in Hahnöfersand.

Beide jungen Täter  sind der Polizei lange bekannt. Die Liste ihrer Vergehen ist lang. Körperverletzung kam schon früher vor. Diese letzten Taten scheinen die logische Steigerung für Jungen, denen niemals Grenzen gesetzt wurden. Messerstich und Raub könnten noch Taten ganz anderer Dimension folgen. Fatal daran ist, dass sie eigentlich nur Kinder sind, die die Folgen ihres „Übermutes“ nicht verstehen und auch nicht tragen wollen.

Bei den häufig noch sehr jungen Tätern zeichnet sich der Weg auf die schiefe Bahn meist schon früh ab. Ihre fehlende Achtung vor anderen, sogar viel älteren Menschen, lässt sie ungehemmt Übergriffe begehen.

Ob die Unterbringung in Hahnöfersand die richtige Entscheidung für diese Jugendlichen ist, sei dahingestellt. Wir haben in Hamburg die Alternative „Feuerbergstraße“, eine geschlossenen Einrichtung für jugendliche Straftäter. Erstaunlich ist jedoch, wie wenige dieser Täter hier eingewiesen werden. Zur Zeit wohnen dort nur sieben Insassen! Gibt es nur sieben in ganz Hamburg? Wenn nicht, wo sind die anderen? 

Den Erziehern in der Feuerbergstraße und auch der zuständigen Senatorin schlägt in diesen Tagen deutliche Kritik entgegen. Obwohl die meisten der jetzt politisch auch hochgespielten Fälle schon ein paar Jahre zurückliegen, können Grundrechtseingriffe gegenüber den Jugendlichen natürlich nicht geduldet werden. Obwohl Blutuntersuchungen der Einwilligung der Delinquenten bedürfen, muss man sich fragen, ob es nicht generell richtig wäre, aus Gründen der Sicherheit des Personals bei Antritt von Haftstrafen Aidstests durchzuführen. – Was hat hier Priorität? Eine geschlossene Unterbringung wie die der Feuerbergstraße erscheint durchaus notwendig und sinnvoll. Jugendliche gehören nicht in die Gesellschaft der üblichen Gefängnisinsassen.

Wir müssen wir uns aber fragen, ob bei dieser Einrichtung eventuell das Grundprinzip nicht stimmt. Die Planung und Umsetzung wurde offenbar übers Knie gebrochen. In einer solchen Anlage haben Betreuer immer einen schweren Stand. Einerseits sollen sie mit extrem schwierigen Jugendlichen umgehen, andererseits sind ihre Arbeitsbedingungen unzulänglich.

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Der hohe Krankenstand in solchen Unterbringungen spricht für sich. Manchmal kommen auch gut ausgebildete Pädagogen nicht an die Delinquenten heran, weil diese zu verzweifelt sind oder ihnen ganz einfach die nötige Achtung fehlt.

Vielleicht wäre es nötig, zuerst einmal zu verhindern, dass die Jugendlichen Insassen sich im „Rudel“ gegen ihre Erzieher aufstellen können.

Vorstellbar wäre auch, dass die Betreuer in Teams mit so genannten „physischen Assistenten“ arbeiten. Diese haben zusätzlich eine Kampfsportausbildung und sind psychisch sehr belastbar. Für die Jugendlichen bedeutet der Assistent die „Grenze“, wenn die Akzeptanz des Erziehers nicht ausreicht. Körperliche Überlegenheit ist die Sprache, die sie verstehen, solche Stärke bewundern sie.

Wenn Heranwachsende gelernt haben, Grenzen zu akzeptieren, haben sie eine Chance. Und wie wir aus der Presse erfuhren, wurde ein ehemals schwieriger Fall sogar zum Dichter.

Tun wir bitte nicht so, als wären die Jugendlichen in der Feuerbergstraße Einzelfälle, auf die wir mit Abstand schauen können. Solche wie sie leben inzwischen in allen Gesellschaftsschichten. Immer mehr Eltern verlieren den Einfluss auf ihre Kinder. Wir werden umdenken und uns etwas einfallen lassen müssen.

Denn wie eine neue Kampagne sehr treffend suggeriert „Du bist Deutschland“ – auch was das angeht.



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