Das Selbstvertrauen der Eltern stärken - Presse - Schule, Markenkleidung, Kleidung, Schulkleidung, Schuluniform, Arbeitskleidung, Kollektion, Klamotten, Kinder, Schüer, Gleichberechtigung, Schulkleidungskollektion, Gewaltprävention, Grundschule, Realschule, Hauptschule, Gesamtschule, Gymnasium

Karin Brose hat vor vier Jahren einheitliche Schulkleidung an einer Haupt- und Realschule in Hamburg-Sinstorf eingeführt. In Klassen, die Schulkleidung tragen, gibt es deutlich weniger Integrations-probleme und daher mehr Zeit zum Lernen. Schulkleidung ist die Arbeitskleidung in der Schule - Im Jahr 2000 habe ich zusammen mit der Elternschaft in meiner Schule in Hamburg-Sinstorf, erstmalig an staatlichen Schulen in Deutschland, einheitliche Kleidung für Schüler eingeführt. Ich habe dafür den Begriff Schulkleidung geprägt. Dieses Buch ist ein Leitfaden für diejenigen, die Schulkleidung an ihrer Schule einführen wollen. Die Kapitel Logistik, Kollektion, "leine Warenkunde, Juristische Grundlagen und Pressearbeit helfen Ihnen Fehler zu vermeiden. Im Kapitel Das pädagogische Konzept erfahren Sie, dass Schulkleidung nicht zur Gleichmacherei führt, sondern die individuelle Entwicklung der Kinder fördert.
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Das Selbstvertrauen der Eltern stärken

„Starke Eltern – starke Kinder“. So heißt ein Kurs, den der Kinderschutzbund anbietet. Ziel ist es, das Selbstvertrauen von Eltern zu stärken. Indem sie die Traumata ihrer eigenen Erziehung verarbeiten lernen, entwickeln sie hier Strategien zur Bewältigung ihrer aktuellen Erziehungsaufgaben. Um die Kinder der mehr als 1000 Kursteilnehmer im letzten Jahr müssen wir uns nicht sorgen. Wer er- und bekennen kann, dass er Probleme mit der Kindererziehung hat, ist nah dran, diese auch zu lösen.

Sorgen sollten wir uns um andere. Es gibt Vorschläge, das Kindergeld in Zukunft vielleicht nur noch an diejenigen Eltern auszuzahlen, die erfolgreich an so einem Erziehungstraining teilgenommen haben. Bis sie dazu bereit sind, sollten sie Wertgutscheine für Kinderkleidung oder Lebensmittel erhalten.

Für vieles benötigen wir in unserem Land Zulassungen, Scheine und Lizenzen. Kinder kann sich jeder anschaffen. Sind wir nicht verpflichtet, Eltern das optimale Rüstzeug zu geben?

Wo Erwachsene ihr geringes Selbstwertgefühl an ihren Kindern auslassen, wo Kinder statt erzogen verprügelt werden, wo Kinder keine Liebe bekommen, da müssen wir hinschauen.

Manche Familien haben keine Strukturen. Anordnungen der Behörde reichen hier nicht aus. Die Mitarbeiter des FIT (Familieninterventionsteam) versuchen durch persönliche Betreuung einfache Verhaltensweisen zu üben. Über einen längeren Zeitraum hinweg machen sie der Familie vor, wie sie ihren Alltag  meistern kann. Manchen fällt es schwer, diese Hilfe anzunehmen. Sich einzugestehen, dass man seiner Aufgabe nicht gewachsen ist, tut weh.

Und dabei fängt alles meist so romantisch an. Viele junge Leute stellen die Familie noch immer an die erste Stelle ihrer Zukunftspläne. Durch Ehe und Kinder erhoffen sie sich Geborgenheit und Glück. Die Realität sieht häufig anders aus. Dann reichen Disziplin und Kraft manchmal nicht aus, sich Erziehungsproblemen zu stellen.

Kinder sind anstrengend. Sie fordern viel Zeit und Zuwendung. Sie testen  Grenzen aus, um ihren Rahmen zu finden. Eltern, die diese Grenzen nicht setzen können, geben ihren Kindern keinen Halt. Sie ziehen kleine Terroristen heran. Wie können Eltern, die ihre eigenen Misserfolge nicht verwinden können, ihren Kindern beibringen, Frust zu ertragen? Denn das ist wichtig um erwachsen zu werden und später selber wieder Partnerschaften eingehen zu können.

Manche Kinder erleben in der Schule zum ersten Mal, die Konsequenzen ihres Handelns. Dass „nein“ hier wirklich „nein“ heißt, erstaunt sie.

Spürbare Konsequenzen gab es für einen Schüler der achten Klasse, der seine Lehrerin mit Kreide bemalte, während sie an der Tafel schrieb.

Einem älteren Lehrer in Wilhelmsburg pinkelten zwei Siebtklässler heimlich in den Tafeleimer. Das Gejohle, als er den Schwamm in den Eimer tauchte, kann man sich vorstellen.

Ein Zweitklässler, der aus erzieherischen Gründen nicht mit seiner Klasse in die Turnhalle gehen durfte, nannte seine Lehrerin vor allen Kameraden „alte V....“. Die deutliche Reaktion der Lehrkraft verhinderte, dass sein Verhalten zum Freibrief für andere wurde.

           

Aber nicht alle Kinder zeigen so deutlich, wo es ihnen fehlt.

Als ich Janosch* ansprach, weil er im Winter ohne Strümpfe zur Schule kam, behauptete er, ihm wäre immer so warm. Bei meinem spontanen Hausbesuch gelangte ich über Berge von Kleidung und Müll ins Wohnzimmer. Die Mutter teilte mir mit, dass sie zum Aufräumen keine Lust hätte. Hier war der Alltag aus den Fugen geraten. Die allein erziehende Mutter von acht Kindern benötigte dringend Hilfe.

Dass Kristian* in Ohnmacht fiel, lag nicht am Sportunterricht. Er hatte wieder einmal nichts gegessen. Auf Nachfrage teilte er mit, sie hätten nur noch ein Toastbrot zu Hause und das müsste noch bis Freitag reichen.

Es war Montag.

Früher ging man davon aus, dass die schlechteste Familie immer noch besser für Kinder sei, als ein Heim.

Heute bin ich mir da manchmal nicht sicher.

Jedenfalls reicht es nicht aus, dass wir ‚mal drüber gesprochen haben’. Wir müssen begreifen, dass die bisher bekannt gewordenen Fälle von Verwahrlosung, Misshandlung und sogar der Tod von Kindern nur die Spitze des Eisberges sind.



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